Das innere Kind – auch in dir

Bestimmt hast du ach schon den Begriff „Das innere Kind“ gehört. Und vielleicht sogar schon ein Bild oder ein Gefühl dazu bekommen. Im Alltag reagieren wir oft so, wir wir es eigentlich gar nicht wollen und verstehen gar nicht, warum. Eine Möglichkeit, das zu beleuchten ist das Innere Kind. Jeder hat verschiedene Persönlichkeitsanteile in sich: kindliche und erwachsene Anteile, sowie die unbewusste und bewusste Ebene. „Das innere Kind“  sind bildlich gesprochen, die unbewussten Anteile, die in der Kindheit gebildet wurden. Es gibt dabei glückliche, positive Anteile, aber auch verletzte, negative Anteile. Beide Seiten sind mit unserem Gefühlsleben verbunden: Angst, Schmerz, Wut, Trauer,… und auch Glück, Freude, Liebe, Wärme,…. Dann gibt es noch den „inneren Erwachsenen“, der unser rationales und vernünftiges Denken umfasst. Dieser kann planen, vorausschauend handeln und Verantwortung übernehmen. Und mit dem inneren Kind kooperieren. Manche sagen, es gibt mehrere Varianten des inneren Kindes: ganz klein, älter, wütend, strafend, fröhlich, liebend usw.. Und auch mehrere Varianten des inneren Erwachsenen: strafend, wohlwollend, lebend, usw. Man kann sich das aber auch gut als jeweils ein inneres Kind und einen inneren Erwachsenen vorstellen mit ganz vielen Facetten. Die Facetten sind die Unterschiedlichen Bewusstseinszustände.

Wann entsteht das innere Kind?

Das innere Kind erfährt seine wesentliche Prägung in den ersten 6 Lebensjahren. In dieser Zeit entwickelt unser Gehirn in seiner Struktur und deshalb sind die Erfahrungen, wie wir unsere Eltern in dieser Zeit erleben, so tief in uns verankert. Hier lernen wir quasi durch Erleben am Beispiel von Mama und Papa, was wir im Zwischenmenschlichen als gefährlich und sicher erachten. Entsprechend auch, wie unser Vertrauen oder Misstrauen in andere Menschen  zunächst ist, sowie die Qualität von unserem Selbstwert. Egal, ob wir unsere Kindheit als gut oder weniger gut empfinden, jeder kleine Mensch hat Verletzungen erfahren. Das geht gar nicht anders. Von Geburt ist man als Baby und (kleines) Kind abhängig und unterlegen, anders wäre Überleben gar nicht möglich. Und es ist auch egal, wenn es die liebevollsten Eltern waren. Es ist gar nicht möglich, dass sie alle Wünsche und Bedürfnisse zu jeder Zeit erfüllen konnten.  Und mit ca.  2 Jahren beginnen wir zu lernen, dass wir sozusagen nicht mehr der Nabel der Welt sind. Während dieser Zeit beginnt man einerseits die Welt zu entdecken und andererseits kommen Ermahnungen, Regeln und Verbote. Dinge, die vorher selbstverständlich waren, darf man nicht mehr. Welches 2-jährige versteht schon, dass es von jetzt auf gleich z.B. acht mehr mit seinem Essen spielen soll… Auf einmal ist es „nicht OK“.

Willkommen oder nicht?

Da wir ja meistens auch Gutes erfahren haben, gibt es auch Zustände, die wir als schön und „OK“ spüren. Manche Eltern entsprachen nicht dem Idealen Bild der liebenden Eltern, vernachlässigten die Fürsorge und Erziehung wendeten oder Gewalt (physisch oder psychisch) an. Aus kindlicher Sicht sind die Eltern Gott, groß und unfehlbar. So ein Verhalten ist dann ein Schock und das Kind bezieht es komplett aus sich und denkt, es ist „schlecht“. Wenn es noch nicht sprechen kann, fühlt es die Situation und dass es „falsch“ ist. Es lernt auch, ob es eher willkommen ist oder nicht.  Interessant ist auch, dass nachgewiesen ist, dass Kinder, die früh viel Stress durch die Eltern, aber auch allen anderen wichtigen Bezugspersonen, ausgesetzt waren, auch als Erwachsene mehr Streßhormone ausschütten. Dadurch reagieren sie bei unangenehmen Situationen empfindlicher und intensiver, ggf. Auch weniger belastbar. Man kann sich das so vorstellen, dass das innere Kind dann bildlich ausflippt, weil der erwachsene Mensch sich unbewusst mit ihm identifiziert. Das ist natürlich ein Zustand, den viele erleben, aber nicht einordnen können. Auch Drama wird aus dem kindliche Zustand heraus kreiert, im ungünstigen Fall sogar nicht besonders sozialverträglich.

in der Steinzeit zu Hause

Ich weiß aus eigener Erfahrung und auch aus der Zusammenarbeit mit meinen Kunden, wie verführerisch es sein kann, das innere Kind die Führung übernehmen zu lassen und ins Drama zu verfallen. Ebenso aus eigener Erfahrung und meiner Arbeit weiß ich auch, dass es möglich ist, sich dessen immer bewusster zu werden und so auch immer besser damit umzugehen. Es wird immer wieder mal passieren, dass man wieder hinein verfällt, schließlich haben wir alles unser Leben lang einen Kopf und ein Gehirn. ECHSI sagt immer mal Hallo. Wenn man sich entschließt, dort auszusteigen, bzw. zu lernen, wie man gut damit umgeht und glücklicher zu werden, gibt es eine Voraussetzung. Nämlich die Erkenntnis, dass man sich selbst sein inneres Kind formt, von Anfang an. Anhand unserer zutiefst subjektiven Wahrnehmung unserer selbst und unseres Umfeldes. Und je länger man schon einen Gedanken denkt, egal wie unbewusst, und mit einer Handlung verknüpft, desto tiefer ist das in unserem System drin. Und manches davon machen wir eben wahrlich schon unser ganzes Leben lang, kennen es nicht anders. Deshalb fühlt man sich seinen Emotionen manchmal so ausgeliefert und können uns in dem Zustand gar nicht vorstellen, dass es eine andere Wahrheit, als die eigene gibt. Es erscheint vielleicht unvorstellbar, doch weil man sich seine Wirklichkeit selbst konstruiert, kann man sich eine neue Wirklichkeit konstruieren. Hierzu braucht es die Bereitschaft hinzusehen, sich auf neues Denken einzulassen und die Verantwortung für seine Veränderung zu übernehmen. Dann gibt es viele Möglichkeiten, wie man sein inneres Kind annehmen, trösten und gestärkt in sein Leben integrieren kann.

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