Bescheidenheit …nicht, was DU denkst

Jetzt gerade nehme ich bis Sonntag an einer Ausbildung teil. Einerseits, weil mir dazulernen viel Spaß macht und dazu ist es toll, wenn ich auch für euch integrieren kann. Die Rolle als Lernende hört ja nie auf und die Verschnaufpausen dazwischen dienen ja auch dem Verinnerlichen. Lernen heisst üben, ausprobieren und Fehler als Erkenntnis sehen. Genau deswegen passt es so gut dazu, worüber ich diese Woche schreibe. Denn Lernen heisst auch, sich in Bescheidenheit zu üben. Krrrrr…ich höre schon, wie sich bei Einigen gerade die Zehennägel kräuseln, wenn sie dieses Wort hören. Das kann sehr gut nachvollziehen, weil es bei mir früher auch nicht anders war. Bescheidenheit ist oft mit etwas verbunden, das man nicht wirklich mag und die meisten sind mit einem ganz unguten Verständnis aufgewachsen.  Ich sowieso als 71er Jahrgang, da war es gang und gäbe so erzogen zu werden. Auch wenn ich mittlerweile weiss, dass unsere Eltern auch nicht dafür konnten. Sie wussten es nicht besser und haben es selber von ihren Ahnen übernommen.

Poesiealbum-Trauma

Wer von eich Lesern hatte noch ein Poesiealbum? Meistens in  der Grundschule ein kleines handliches Buch, das man ich der Klasse und unter Freunden ausgetauscht hat, ums sich kleine Gedichte oder Sprüche hineinzuschreiben. Gerne verziert, mit Bildchen, Glitzer und Aufklebern. Meins bekam ich von meinen Eltern. Den Spruch hatte ich damals gar nicht verstanden, aber ich wollte meinen Eltern unbedingt gefallen und versuchte lange, so zu sein. Der Spruch war: „Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam, bescheiden und rein. Und nicht wie die stolze Rose, die stets bewundert will sein“. Bäääm, dieser Spruch sitzt…quasi ein Poesiealbum-Trauma. Und ich glaube, er prägte nicht nur mich, sondern Millionen, wenn nicht sogar Milliarden Frauen, denn wahrscheinlich stammt er von 1910 herum oder früher. Bescheidenheit wird hier mit still und leise sein, zurückhaltend, wenig wert sein, keine Ansprüche stellen, keine Wünsche oder Träume haben oder nur ganz kleine. Ach ja…sich bloß nicht an erste Stelle setzen, sondern am besten hinten anstellen.  Das ist dysfunktional und führt meistens dazu, dass man mit sich selbstabwertend, sehr selbstkritisch umgeht. Dass man eher ängstlich ist, nichts für sich einfordert, sich mit wenig zufrieden gibt in der Annahme, das sei z.B. Liebe oder Zuneigung. Und sich eventuell sogar sozial zurückzieht.

Bescheidenheit ist falsch verstanden

Menschen lieben ja, etwas eine Bedeutung zu geben, die dann a)nicht immer stimmt b) Interpretationssache ist c) veränderbar ist, weil menschlich. Ich habe mich lange mit mit dem Thema der Bescheidenheit beschäftigt, die ähnlich wie die Demut missverstanden ist. Man kann sie nämlich auch einem funktionalen, hilfreichen Licht betrachten. Hierbei nimmt man sich nicht so wichtig. Aber eben nicht in dem Sinne von sich NICHT wichtig nehmen und klein machen. Sondern im Sinne, dass man selbst bewusst ist (so gut es geht), weiss, Wass man kann und wer man ist (ebenfalls so gut es geht) und seinen Platz einnimmt. Diese Qualität von Bescheidenheit ist wertschätzend nicht nur den anderen gegenüber, sonder unbedingt auch sich selbst. Es zeigt sich besonders gut, wenn man mit anderen  zusammen ist. Z.B. bei gemeinsamen Aktivitäten. Ich habe früher Tennis und Volleyball gespielt und es gab Wettbewerbe gegen andere Clubs. Solche gemeinsamen Erlebnisse können nicht nur schöne Verbindung schaffen, sonder zeigen ziemlich gut, wie es um die Qualität der NATÜRLICHEN Bescheidenheit bestellt ist.

Gönnen können und noch mehr

Man ist Teil des Ganzen, Teil des Teams. Wie geht man miteinander um? Ist es so dass man sich beim Erfolg gemeinsam nicht nur für sich sondern auch für den anderen freut? Bei der Niederlage füreinander Verständnis zeigt und sich gegenseitig aufbaut und motiviert? Gönnt man den anderen ihren Beitrag an der Sache, die Freude daran und auch das Lob? Kannst Du das auch Dir selber gönnen? Wenn das gut hinbekommt, dann füllt man seinen Platz ganz natürlich aus und auf dieser Augenhöhe braucht man sich nicht höher stellen. Das ist der Idealfall, doch es gar nicht so selten, dass man hier nur so tut als ob und insgeheim neidisch ist. Das zeigt und, dass da jemand etwas hat, kann oder ist, was wir noch nicht haben, können oder sind. Und somit, dass ein oder mehrere Bedürfnisse nicht erfüllt sind. In der natürlichen Bescheidenheit im neuen Sinne gehört es selbstverständlich dazu, dass man sich zeigt und dies ausspricht, um sie zu erfüllen. Egal ob, laut oder leise. Hier schließt sich dann auch der Kreis zur Motivation. In der dysfunktionalen Bescheidenheit will man etwas oft aus dem Schema heraus oder man möchte direkt weg-vom Schmerz. Wenn an nur das gewohnt ist, ist es sehr herausfordernd, sich positiv auszurichten. Nimmt man aber die neue Bedeutung, so ist es viel leichter, sich aus der Freude hin-zu etwas zu motivieren und seine Ausrichtung nachhaltig zu gestalten.

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