Work Life Balance ist nur ausgedacht

Wie wäre es, wenn du gar nicht mehr darüber nachdenken müsstest, wie du dein Leben ausbalancierst? Der Begriff Work-Life-Balance oder neuerdings auch die Umkehrung Life-Work-Balance sind ja dadurch entstanden, dass viele Menschen viel Zeit bei/mit einer Arbeit verbringen, bei der ihnen die Freude fehlt. Und wenn man längere Zeit etwas macht, was einem nicht wirklich Spaß macht, dann ist das ziemlich belastend. Die Verbindung oder Kohärenz zwischen Herz und Verstand ist nicht mehr gegen und man gerät in Stress. Weil man tief drinnen spürt, dass etwas im Leben nicht passt und man dies nicht wahrhaben will. Viele Menschen in unserer Gesellschaft sind so konditioniert, dass sie solche Regungen der innren Stimme nicht wahrnehmen (wollen) und im Funktionieren feststecken. Auch dieses Überhören der inneren Stimme, der eigenen Wünsche und Bedürfnisse kann Stress verursachen. Das weiß ich nur zu gut aus eigener Erfahrung.

Trennung im System

An sich ist Leben ja Leben und alle Aspekte gehören dazu. Wir Menschen haben uns über die Zeit so entwickelt, dass wir verschiedene Strukturen des Zusammenlebens und des Zusammenwirken gefunden haben. Global, gesellschaftlich und auch im persönlicheren Umfeld. Insbesondere in den westlichen Gesellschaftsformen ist es so, dass mittlerweile das sogenannte Arbeitsleben einen sehr großen Stellenwert hat. Das kommt auch dadurch, dass die Strukturen, die wir in den einzelnen Ländern vorfinden, so sind, dass sie von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden. Sie sind darauf angewiesen sind, dass Menschen in dem System mitmachen. Das beginnt schon im klassischen Schulsystem, das die Schüler durch Struktur, Leistungsbewertung und -kontrolle, vorgegebene Zeiten usw. darauf vorbereitet, ihren Platz in der späteren Welt einzunehmen. Oft wird dabei nicht sehr auf die Besonderheiten des Einzelnen eingegangen und der Kontakt zur eigenen inneren Stimme geht immer mehr verloren. Doch das ändert sich ja erfreulicherweise sukzessive. Alternative Schul- und Lernformen finden immer mehr Zuspruch. Und doch ist eine Folge davon, dass viele Menschen verlernt haben, dass die einzelnen Bereiche des Lebens eigentlich harmonisch ineinanderfließen (sollten). Anstatt dessen werden sie voneinander getrennt betrachtet.

Work Life Balance und wie man denkt

Diese Trennung besteht schon seit vielen Generationen und das entsprechende Denken wurde bewusst oder unbewusst weitergegeben. Heute wird es durch den Begriff Work-Life-Balance sichtbar. Daher kann es sein, dass man z.B. glaubt, Arbeit müsse anstrengend sein und dürfe keinen Spaß machen. Und dann noch nicht einmal weiss, wo so ein Gedanke herkommt. Solche Gedanken wie „Das haben wir immer schon so gemacht“ fallen auch in so eine Kategorie. Energie folgt der Aufmerksamkeit, d.h., wenn man bei solchen Gedanken bleibt, wird man immer mehr davon bekommen, obwohl man sich vielleicht gar nicht so wohl damit fühlt. Das Prinzip mit der Aufmerksamkeit funktioniert auch in die andere Richtung. Es gibt auch Menschen, die lieben was sie tun, egal, ob angestellt, selbstständig oder als Unternehmer. Sie haben etwas ganz anders verinnerlicht, nämlich das Arbeit Spaß machen kann, etwas Neues lernen selbstverständlich ist, usw. In beiden Varianten ist dasselbe Prinzip aktiv: Die Gedanken über etwas (in diesem Fall Arbeit)  lösen Emotionen dazu aus. Und draus resultiert dann, wie es sich im Leben darstellt. Beispiel: „Arbeit ist anstrengend, ich habe keine Lust“ —> Frustration, Ärger,… —>Aufschieberitis, Ablenkung,… —>es ist schwer und man kommt nicht voran. Beispiel2 : „Ich freu mich auf die Arbeit, ich habe Lust, <Einsetzen nach Wunsch> zu machen“ —>Freudige Erwartung, Neugier, … —>Anfangen, Dranbleiben, Umsetzen —>es ist leicht, macht Spaß und gibt Energie. Dasselbe Prinzip gilt natürlich auch für alle anderen Lebensbereiche. 

Das Gehirn ist faul

Wenn man jetzt noch weiß, dass von dem, was man den ganzen Tag so denkt (immerhin 60.000 Gedanken) ca. 92% olle Kamellen sind (also nicht neu) und nur max. 8% wirklich neu sind, wird es klar. Das Gehirn ist stinkefaul und will Energie sparen. D.h., es liiiieeeebt dann alten Trott, den es kennt (erst einmal egal, ob das Angenehme oder das Unangenehme) und will bloß nichts Anderes. Hier ist der Knackpunkt, an dem viele scheitern, wenn sie etwas ändern möchten. Etwas neues zu lernen, seien es Fähigkeiten oder seien es neue Gedanken, ist sauanstrengend für das Gehirn. So als, wenn jemand total unsportliches von jetzt auf gleich einen 10 km-Lauf machen soll.  Wenn dann noch doofe Emotionen dazukommen, dann geht gar nichts mehr. Und dann kommt es zu Tricks wie z.B. „Ach, ich muss unbedingt JETZT die Wäsche wegräumen“ oder irgend eine andere Sache, die man vorschieben kann, um etwas Neues nicht zu tun. Oder man wird saumüde oder kommt in blinden jetzt-erst-recht-Aktionismus. Dies kommt aus unserem Unterbewusstsein, das uns ganz tief drin uns vor etwas beschützen möchte. Wir haben von Geburt an bestimme Dinge so gelernt und das ist so selbstverständlich geworden, dass es nur noch im Unterbewussten aktiv ist. Um solche Muster verblassen zu lassen, sollten sie uns zunächst erst einmal auffallen. Dann sollte uns alleine oder mit Unterstützung bewusst werden, wofür sie uns dienlich waren. Wenn man sie nicht wertschätzt und einbezieht, spielt das Unbewusste bei der Veränderung nicht mit. Neues, auch eine Work-Life-Balance, können dann allmählich etabliert werden durch stete Wiederholung. Das kann man sich in etwa so vorstellen, dass aus einem Trampelpfad allmählich eine Bundesstraße und dann ein 6-spurige Autobahn wird, die die alte Autobahn ersetzt.

Neues nur in Schritten

Deshalb ist es bei Veränderungen auch völlig in Ordnung, wenn man nicht schon nach dem ersten neuen Denken alles sofort so hinbekommt und in die alten Muster zurückfällt. Wenn man also Beispiel 2 („Ich freu mich auf die Arbeit, ich habe Lust, <Einsetzen nach Wunsch> zu machen“ —>Freudige Erwartung, Neugier, … —>Anfangen, Dranbleiben, Umsetzen —>es ist leicht, macht Spaß und gibt Energie) etablieren möchte und sich ertappt, dass man wieder in Beispiel 1 zurückfällt, innehalten und im AKUT-fall folgendes machen::

  1. Beobachten, welche Emotionen Beispiel 1 auslöst
  2. Tief Ein- und etwas länger Ausatmen, Füße auf dem Boden spüren
  3. Die Beobachteten Emotionen sind OK
  4. In Ruhe in sich hineinspüren und sich bewusst machen, dass sie uns etwas sagen möchten.
  5. Egal, ob die Botschaft klar ist oder nicht, uns selbst innerlich in den Arm nehmen
  6. Uns bewusst machen, wie weit wir schon auf unserem Weg sind und was wir schon gemeistert haben
  7. Uns an das gute Gefühl (z.B. Stolz) erinnern, das wir schon einmal hatten, als wir einen wichtigen Schritt auf dem Weg gemeistert haben. Und es größer machen.
  8. Weiter atmen
  9. Über sich selbst lachen und sich in dem Ganzen nicht zu ernst nehmen.
  10. Bewusst die Gedanken aus Beispiel 2 denken. Es mag sich sperrig anfühlen, aber nur so gewöhnt man sich an die neuen Gedanken.

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