Persönliche Entwicklung oder Seminar-Safari?

Ja, jetzt schreibe ich über eine heikle Sache, insbesondere, das ich ja selbst als Coachin, Mentorin und Trainerin tätig bin. Und genauso deswegen weiß ich, wovon ich rede, bzw. halt schreibe, wenn es um persönliche Entwicklung geht. Ich selber durfte auf meinem Weg bis hierhin schon sehr viele Seminare und Ausbildungen besuchen und bereue bisher keines. Na gut, eines ist mir wirklich nicht in guter Erinnerung geblieben. Jedes Seminar war für mich lehrreich, wertvoll und hat mir geholfen, da zu sein, wo ich jetzt bin. Und ich habe auch Dinge gesehen und erlebt, von den ich jetzt weiß, so möchte ich es nicht in meinem Leben. Und auch die Verbindungen, die sich ergeben haben, möchte ich nicht missen. Es sind  Menschen dabei, mit denen es privat nicht so passt und das ist OK. Und ich habe tolle Freundschaften gefunden und auch Menschen, mit denen sich sowohl eine Freundschaft als auch eine Zusammenarbeit ergeben hat. Danke, Danke, Danke.

Workshops und Seminare für alle Lebenslagen

Was geht denn bei Seminaren so vor sich? Zunächst gibt es ja keinen Lebensbereich, zu dem es keine Seminare und Workshops gibt. Manchmal sind sie kostenlos und oft kosten sie Geld und man widmet ihn eine Zeitlang viel der eigenen Zeit. Seien es Kurse zu Themen, die jemand als Hobby oder aus Leidenschaft macht und er möchte darüber mehr erfahren. Sei es im Bereich Finanz- und Börsenwissen, Kochen, ganz „normale“ Produktschulungen, Schreiben, Kunst und Kultur, Persönlichkeitsentwicklung und Selbsterfahrung mit entsprechenden Methoden. Oder auch Erlebnis- und erfahrungsorientierte Seminare, z.B. aus dem ganzheitlichen und spirituellen Umfeld, um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Manche sind aufeinander aufbauend und z.T. sogar offizielle Ausbildungen. Andere sind sind Einzelworkshops und Seminare. In allen lernt man viel Neues über das jeweilige Thema und verbindet persönliche Entwicklung mit gleichzeitigem Erleben. Es gibt Inhalte, die zwar theoretisch erklärt werden können, aber erst durch das Erleben in Übungen wirklich erfahren werden können. Durch das Erleben geschieht das eigentliche Verstehen und Lernen. Es ist ein besondere Form der Selbsterfahrung. Das Seminar verfolgt einen bestimmten Zweck und der Weg ist in kleinere Schritte unterteilt. Durch die die verschiedenen Übungspartner in Gruppen geschieht das in vielen Konstellationen, was später das Anwenden im Alltag unterstützt. Da hat man es ja mit verschiedenen Menschen zu tun. Die Gruppendynamik schafft oft eine besondere Verbundenheit.

Persönliche Entwicklung, Verbundenheit und persönlicher Kontakt

Hier komme ich zu einigen Aspekten, die, besonders in einigen mitreißenden Seminare, in den Hintergrund treten. Reine Produkt Schulungen, um z.B. ein Anwendungsprogramm zu lernen, schließe ich hier mal aus, obwohl auch hier alles mit der Persönlichkeit des Lehrers steht und fällt. Gerade größere Seminare können manchmal eine bestimmte Tiefe nicht erreichen, weil einfach zu viele Teilnehmer dabei sind. Genauso herausfordernd ist deswegen auch, seitens des Trainers und des Teams einen sehr persönlichen Kontakt zu den Teilnehmer*Innen zu bekommen. Wer so etwas sucht, ist bei kleinen Seminaren oder sogar im 1:1 besser aufgehoben. Dort gibt es in vielen Fällen einen sehr persönlichen Bezug und eine deutliche individuellere Begleitung. In kleineren Seminaren gibt es oft auch mehr inhaltliche Tiefe und sie sind tendenziell spezieller. Die besondere Verbundenheit schafft eine vermeintliche Intimität. Man öffnet sich ja auch ganz anders als „draussen“, weil man ja sonst nicht wirklich durch Erleben lernen kann. Im besten Fall entstehen so tolle Verbindungen, ansonsten ist man nur für das Seminar miteinander in Verbindung. Manche wollen lernen und suchen im Schwerpunkt persönliche Entwicklung, manchen suchen auch Gleichgesinnte über den Kurs hinaus und manche auch beides. Es kann auch sein, dass man aufgrund der  Gruppendynamik auf einmal Seiten aus zeigt, die einem vielleicht sonst nicht so entsprechen. Es gibt Teilnehmer*Innen, die so auf dieses Gefühl abfahren, dass sie gefühlt von Seminar zu Seminar hoppen, quasi auf Seminar-Safari gehen.

Sich einlassen, Euphorie oder der Einstieg in die Seminar-Safari

In so einem Seminar kann sehr leicht ein „Learners High“ entstehen, man ist euphorisch, hochmotiviert…und nach einigen Tage oder Wochen ist es häufig auf einmal wieder wie vorher, oder zumindest fast. Hier liegt es wirklich an einem selber, das Gelernte umzusetzen. Und auch Selbstreflexion passiert nicht nur im Seminar, sondern auch zu Hause und im Alltag. Nicht nur einmal, sondern auch in Wiederholung, weil es sich dann erst festigt. Das kann auch der beste Trainer nicht für jemanden übernehmen. Das kann schnell zur Ernüchterung führen. Und dann ist es natürlich oft einfacher und sehr verführerisch, wieder in die Seminar-Safari einzusteigen, als wirklich das Gelernte umzusetzen und zu verinnerlichen. Die Euphorie kann dazu führen, dass man vergisst, dass das Gelernte auch noch Zeit braucht, um wirklich zu sacken. Ausserdem gibt es ja noch andere Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Es gibt viele tolle Bücher für persönliche Entwicklung, mit denen man auch alleine gute Schritte machen kann. Und auch hierauf muss man sich eigenverantwortlich einlassen. Das kann auch Zeit mit sich selbst in der Stille, an einem anderen Ort sein, in der man in sich geht, reflektiert und vielleicht sogar meditiert. Es gibt auch tolle Coachingmethoden vielerlei Art, die man hervorragend alleine mit sich machen kann. Um dem, was man sich alleine aneignet und evtl. alleine übt, noch mehr Substanz zu verleihen und auch als Referenz, was sich tut, ist auch hier jemand zum Austausch nötig. Seien es Freunde, Bekannte, Kollegen oder auch Begleiter und Mentoren oder andere Personen des Vertrauens. Auch hierbei gilt, bestimmte Dinge kann man nicht alleine mit dem Kopf erleben, sondern braucht echtes Erfahren mit und durch andere Menschen.

Wachstum passiert von ganz alleine

Weil ich beides kenne, kann ich für mich bei beidem die Vor- und Nachteile erkennen und mache, je nach dem, um was es geht, bei beiden Formaten mit. Wenn man wenig Verpflichtungen hat, ist es leichter so etwas in kürzeren Abständen zu machen. Es braucht wirklich seine Zeit, damit das Erfahrene sich setzen, seinen Platz im System finden kann und so am besten zur persönlichen Entwicklung beitragen kann. Insofern gilt es da für mein Empfinden sehr achtsam zu sein und in sich hineinzuspüren, warum man etwas machen will. Will man wirklich lernen und sich entwickeln oder sucht man den Kick von der Seminar-Safari? Beides ist in Ordnung und darf sein, es hat halt nur unterschiedliche Auswirkungen oder eben weniger davon. Ich selbst werde auch immer wieder einmal bei großen oder kleinen Seminaren mitmachen oder mir selbst etwas aneignen. Weil mir Lernen Freude macht und ich es liebe, dies auch an euch weiterzugeben.  Aber so oder so, wie und was ihr macht…Erfahrung und Wachstum gehört zum Leben und passiert von ganz alleine.

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