Kann man Meditation sehen?

Heute bin ich im Garten meine Elternhauses entspannt eingedöst. Es ist ein wunderschöner Frühsommertag, nicht zu warm, die Sonne scheint. Verschiedene Blumen blühen und ihr Duft lieht zart über dem ganzen Garten. Insekten fliegen zwischen den Blumen. Sie begleiten mit ihren Summen die Lieder der Vögel. Mir zum ersten Mal bewusst geworden, wir groß die Bäume in den letzten 46 Jahren geworden sind. Die Energie des dahinter liegenden Waldes ist  spürbar und verbindet sich mit der Energie des Gartens. Ich bin dann vom reinen Genuß des Gartens und seiner Lebendigkeit hinuntergeglitten in einen ganz ruhigen und friedlichen Zustand. Ein Zustand des einfach Seins im Hier und Jetzt. Und danach ein bisschen weggedöst. Ist das schon Meditation? Vielleicht scheiden sich hier die Geister, aber ich finde, zumindest den Zustand des einfach Seins im Hier und Jetzt kann man so bezeichnen. Das ist ja eine der Intensionen von Meditation, dass es ganz egal wird (nicht im Sinne von gleichgültig, sondern im Sinne von nicht wichtig), was gerade los ist. Und auch, dass man einen ganz ruhigen, offenen und wachen Geist hast.

Wie kann man einsteigen?

Insofern kann man die Meditation an sich nicht sehen, aber wenn von aussen ist es wahrnehmbar, wenn jemand in so einem Zustand ist. Man sieht es es ihm/ihr an und merkt es auch an der Atmosphäre. Traditionellerweise gibt es aus den verschiedensten Kulturen unzählige Achtsamkeits-, Entspannungs- oder Konzentrationsübungen, die in diesen Zustand führen sollen oder auch auf diesen Zustand vorbereiten sollen. Wenn das nicht gewöhnt ist, kann es sein, dass es einige Übungszeit braucht, bis man alleine in den Zustand kommt. Da können geführte Mediationen oder Musik anfangs eine gute Unterstützung sein. Das kann helfen, den ungewohnten Fokus zu halten oder durch die Führung besser  loszulassen. Auch in der Gruppe kann der Einstieg leichter sein. Unter anderem, weil durch das gemeinsame Gruppengefühl  Hormone wie z.B. Oxytocin freigesetzt werden, die auch den Gehirnzustand positiv dafür beeinflussen. 

Meditation, Gefühl und Gehirnwellen

Es ist nicht nur so dass Hormone und andere Prozesse das Gehirn beeinflussen. Das Gehirn selbst hat die Möglichkeit für jede Anforderung im Alltag verschiedene Gerhirnwellen zu durchlaufen. Generell sind derzeit folgende Wellen bekannt, die man mit Hilfe von EEG (Elektroenzephalographie) beobachtet hat:

  • Delta 0,1 – 3 Hz (nicht haftende Achtsamkeit, losgelöstes Bewusstsein, heilsamer und traumloser Schlaf, kollektives Unbewusstes, Empathie)
  • Theta 4 -7 Hz (Meditation, Intuition, Erinnerung, aussersinnliche Wahrnehmung, nicht-reaktives Beobachten)
  • Alpha 8 – 15 Hz (Entspannung, Passivität, Visualisierung, Kreativität, reines Bewusstsein)
  • Beta 16 – 30 Hz (Aufmerksam, Rationales Denken, Konzentriert, Stresszustände)
  • Gamma 31 – 100 Hz (noch nicht so sehr erforscht,  Lernen, höhere Gehirnaktivitäten, Spitzenleistungen, mystische Erfahrungen, Höhreres Bewusstsein)

Man sieht, es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Aktivitäts-/Aufmerksamkeitsniveau und den Frequenzen der Gehirnwellen. Wer z.B. gerade diesen Text liest, befindet sich mit den Gehirnwellen hauptsächlich im Beta-Bereich. Im Zustand zwischen Wachsein und Schlaf sind die Theta-Wellen vorherrschend. Bei mentaler Entspannung mit geschlossenen Augen die Alpha-Wellen und bei unbewussten Zuständen, wie tiefem Schlaf, die Delta-Wellen. Das hängt dann auch mit verschiedenen Gehirnarealen zusammen. Die unterschiedlichen Techniken und Übungen, die es gibt, aktivieren und trainieren diese Frequenzen. Für Meditation ist eine Kombination aus Alpha- und Theta-Welle gut. Ohne Alpha fehlt die Bewusstheit während der Meditation und ohne Theta fehlt die innere Tiefe und Bedeutung. Kommt noch Beta hinzu, so wird vom „Awakened Mind“ gesprochen. Die Eigenschaften der Wellen stehen dabei zur gleichen Zeit zur Verfügung.

Wellenreiten auch im Alltag

Um das zu erleben oder die Wirkung zu spüren, braucht man sich nicht unbedingt mit den Frequenzen auskennen. Als Einstieg zur Mediation gibt es viele sehr gute, geführte Meditationen, Trancereisen, Entspannungsübungen,… Es gibt auch „normale“ Meditationsmusik (das ist auch ein Art Führung) oder speziell für die Alpha oder Thea-Wellen ausgelegte Musik. Alles ist in unterschiedlichen Längen verfügbar, so dass man es wunderbar in den Alltag integrieren kann. Man muss sich auch gar nicht immer speziell auf ein Meditationskissen setzen, man kann z.b. sehr gut eine Gehmeditation machen. Diese dann gerne (barfuß)  im Wald oder in der Natur, um von deren besonderer Wirkung und Energie zu profitieren. Es lassen sich  auch hervorragend Atemübungen und den Alltag integrieren, da auch diese nicht immer lang brauchen und man benötigt keinen Extraplatz. So oder so, eine Kombination aus verschiedenen Übungen und Techniken (innerhalb einer Meditation können auch verschiedene Frequenzen angesprochen werden) bietet sich an, um sich Schritt für Schritt eine eigene Mediationsroutine aufzubauen.

Und wer weiss, vielleicht wird man ja auch angesprochen, wie entspannt man auf einmal aussieht?

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