Kein Ziel ist das beste Ziel

Du bist jemand, der gerne Dinge anders macht und auf seine Weise erreichen möchte. Vieles von dem, wie „man“ es macht, raubt dir Energie, wenn du es dennoch versuchst. Gerade bei festgezurrten Zielen bekommst du latente Erstickungsanfälle. Höher, schneller, weiter findet man in vielen Bereichen es menschlichen Lebens. Gerne verknüpft mit Strukturen und messbar gemacht mit einem mal mehr und mal kaum komplizierten Regelwerk aus Zahlen und Fakten. Denn viele denken, dass Ziele ohne das Messbare nicht möglich sind und brauchen eine Struktur, woran sie sich festhalten können. Wenn man sich unsere Gesellschaft so anschaut, wird klar, warum dieses Denken so weit verbreitet ist. Wir werden schon in der durchschnittlichen Schule und sogar im Kindergarten schon damit konfrontiert, dass man zu einer bestimmten Zeit ein bestimmtes Ziel (aka Wissensstand) erreicht haben muss. Und so gut wie möglich auf einer Skala von 1 bis 6 (aka Schulnote). Fächer wie Kunst und Musik, in denen sich der kleine Mensch eigentlich selbst ausdrücken sollte, kommen nur ein bisschen vor und sind ebenfalls benotet. Hier wird man schon von Anfang an drauf geprägt, messbare Leistung zu erbringen.

Kinder haben kein Ziel

Allen Kinder/Menschen ist ein ganz natürlicher Wunsch nach Entwicklung eingebaut. Wachstum ist das natürlichste der Welt. Die Pflanzen wachsen von ganz alleine (na gut, bei gutem Boden, Wasser und Sonne geht es vielleicht ein bisschen schneller). Tierkinder lernen von ihren Eltern und miteinander auf eine ernstgemeinte und doch spielerische Weise. Kleine Kinder sind auch ganz neugierig und offen. Sie entdecken die Welt, beginnen sich hochzuziehen und irgendwann alleine zu laufen. In allem gibt es zwar eine Art natürlichen Rhythmus und hat jede Pflanze, jedes Tierbaby und jedes Kind seine eigene Zeit darin. Oder ist dir schon mal begegnet, dass alle Kinder irgendwo komplett gleichzeitig laufen konnten? Und wo wir schon dabei sind, was glaubst du: hat sich das Kleinkind einen genauen Plan gemacht „Ooh…ich muss ich 3 Monaten laufen können und wenn ich 50x amTag übe, dann werde ich es auf jeden Fall schaffen“? Nein, es ist seinem natürlichem Bewegungsdrang gefolgt (Und vielleicht unbewusst, dass es die Erwachsenen hat gehen sehen), hast spielerisch die Welt entdeckt und konnte erst krabbeln, dann sich hochziehen und dann laufen. Einfach so, ohne Plan und Zielvereinbarung.

Messbare Ziele können Energie rauben

Du siehst, das ist ein eindrucksvolles Beispiel aus dem Alltag, dass Wachstum ein ganz natürliches Bedürfnis ist. Dass Wachstum Leben ist (wie Veränderung…hm, wie hängen wohl Wachstum und Veränderung zusammen?). Seit ich das verstanden habe, habe ich auch verstanden, warum ich mich so oft komisch gefühlt habe, wenn es um Zielerreichung in irgendeiner Form ging. Als Kind und Jugendliche hatte ich das Glück, nicht besonders viel tun zu müssen für die Schule, weil Neues lernen an sich mir Freude machtZiele können Energie rauben. Kennengelernt habe ich es dann in der Arbeitswelt und später dann auch noch einmal anders in der Persönlichkeitsentwicklung. In der Arbeitswelt hatte ich vermisst, dass Aspekte aus der Persönlichkeitsentwicklung (damals wusste ich noch nicht wirklich, dass es das gibt) fast nicht berücksichtigt wurden. Später dann, als ich im Rahmen meiner Ausbildungen damit zu tun hatte, fielen mir Übungen für ein Ziel, wie z.B S.M.A.R.T.E.R. (sinnesspezifisch, messbar, attraktiv, realistisch, terminiert, Effekte, Ressourcen) echt schwer. Nicht weil ich mir etwas nicht mit meinen Sinnen vorstellen konnte, sondern weil mir messbar und terminiert latente Erstickungsanfälle bescherten und mich meiner Energie berauben. Das ist kein schönes Gefühl und ich glaubte lange, dass mit mit irgendetwas nicht stimmt.

Das Geschenk der Lücke

Mittlerweile weiß ich, das ist nicht nicht wahr.  Nur weil sich bestimmte Dinge in der Gesellschaft etabliert haben, heisst das nicht, dass sie für alles und jeden passend sind. Ich weiß zwar manchmal noch nicht immer ganz genau, was ich will. Und das ist völlig in Ordnung und menschlich. Uns wird suggeriert, dass wir 24/7 in völliger Klarheit zu sein haben. Wenn das mal nicht der Fall ist, dann… Und weil wir das nicht hinterfragen, wird ganz schnell Sport gemacht, sich fortgebildet, Konsumiert oder irgendetwas anderes, um ja nicht in diese Lücke zu kommen, in der man sich selbst, seinen Gefühlen und seiner inneren Stimme zuhören könnte. Dabei ist diese Lücke, dieser Zustand ohne das Ziel, wenn man noch nicht ganz genau weiß, was man will, ein großes Geschenk. Genauso, wie die verpönte Langeweile. Wenn man sich erlaubt, so zu sein und damit seinen Frieden hat, dann ist das beste Voraussetzung, dass man eben doch herausfindet, was man will. Dann wenn man diese Druck dahinter loslässt, entsteht Entspannung. In der Entspannung öffnen sich der Geist und das Herz. Man ist offen für Inspiration und vor allem für seine Intuition und es kann gut sein, dass dann auf einmal Wünsche und Ideen „Aus dem Nichts“ entstehen, wie durch Zauberhand.

Magie des Weges

Und das ist die Magie. Man lässt entspannt die Inspiration zu und lässt die Wünsche und Ideen quasi in sich hineinfallen. Bei manchen weiss man sofort „Ach, lieber nicht“. Andere kann gut im Hinterkopf behalten, ein bisschen liegen oder reifen lassen, um sie dann später neu zu betrachten. Und bei noch anderen hat man gleich das Gefühl „Bäääm..das ist es“ (Ich persönlich schlafe gerne eine Nacht drüber). Ich für mich habe festgestellt, dass oft die Entspannung auch erst beim Gehen des Weges entsteht. Also kann einfach mal machen sehr gut funktionieren. Bei mir ist es so, dass ich ganz oft ein tiefes Gefühl habe, dass mein Weg richtig ist, ohne dass ich ganz exakt weiß, wo er hinführt. Und Klarheit entsteht dann auf dem Weg. Lange dachte ich, das wäre falsch, weil es wenig Menschen gibt, die mich darin verstehen können. Heute weiß ich, es ist meine Art. Ich habe für mich auch gelernt, dass meine Wünsche und meine Ausrichtung auf den Weg ziemlich eng zusammenhängen. Es ist so, dass wenn ich den Wunsch dann kenne, dass ich die nötigen Schritte dann wie von alleine mache. Dabei setze ich ein klassisches Ziel vielleicht strategisch ein, um bestimmte Etappen auf dem Weg zu gestalten. Aber meine Ausrichtung geht darüber hinaus. Und sie ist nicht an Zeit und Zahlen gebunden, weil ich weiß (jaja, auch ich kenne Ungeduld ;-)…), das Richtige wird sich zum richtigen Moment zeigen und entstehen. Wie wäre es also, wenn du nicht deinen Zielen folgst, sondern deinen Wünschen und sie freilässt im Vertrauen, dass sie erfüllt werden?

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