Da bin ich doch gemeint! – Warum du Dinge nicht persönlich nehmen brauchst

Ina-Hoffmann Dinge nicht persönlich nehmen

Äääähm…Moment mal….wieso meint die/der jetzt mich? Kommt dir das bekannt vor…du bist dir selbst nach eingehender Prüfung keiner Schuld bewusst und hast nach bestem Wissen gehandelt oder geredet – und trotzdem wird dir etwas aus heiterem Himmel erwidert, bei dem du denkst „So habe ich das doch gar nicht gemeint?“. Oder dir ist es umgekehrt auch schon passiert, dass du auf einmal in einem Gespräch auf dem falschen Fuß erwischt wurdest und du deinem Gegenüber ziemlich massiv geantwortet hast? Eine/r von euch hat da Dinge persönlich genommen? Herzlich Willkommen im Club der Empfindlichkeiten…und einer Seite des Menschelns.

Es passiert unbewusst

Meistens bezieht sich diese Wut gar nicht auf dich als Person, sondern auf etwas was du inhaltlich gesagt hast oder getan hast. Unbewusst werden wunde Punkte berührt und weil es eben unbewusst stattfindet, passieren solche Reaktionen ganz automatisch. Da jeder von uns seine eigenen Erfahrungen gemacht hat und auch jeder von uns bestimmte Konditionierungen und Verletzungen erlebt hat und diese zumindest teilweise gut in ihrem/seinem Inneren versteckt hat ist von Aussen kaum ersichtlich, wann man einen dieser Punkte erwischt. Das zeigt sich erst in der entsprechenden Reaktion. Diese Punkte zeigen seelische Schwachstellen auf und  die betroffene Person kann sich diese vermeintliche schwäche nicht eingestehen und möchte den entstandenen Schmerz nicht bei sich behalten. Und deshalb wirst du dafür verantwortlich gemacht und du wirst persönlich angegriffen.

Es hat nichts mit DIR zu tun

D.h., der wunde Punkt, der versehentlich berührt wurde, spiegelt

  • die Ängste (z.B. Zurückweisung, Verlust, usw.)
  • vermeintliche Schwächen

der/des Betroffenen wieder. Das passiert so schnell und so automatisch, dass es  so einem Moment gar nicht ins Bewusstsein gelangen kann, dass diese Situation nur der Auslöser war, der den Schmerz ans Tageslicht holt und du eigentlich gar nicht verantwortlich bist. D.h., es hat gar nichts mit DIR als Person zu tun (es sein denn, du bist absichtlich fies…davon gehe ich selbstverständlich nicht aus ;-)..). Es hat mit ihren/seinen Geschichten zu tun…und vielleicht auch mit dem Bild von dir in ihrem/seinem Kopf. Aber nie mit DIR als Person und als ganzheitliches Wesen schon mal gleich gar nicht. Daher mache dir bewusst, du brauchst Dinge nicht persönlich nehmen. Als Sofortmaßnahme, wenn du eventuell doch noch einmal etwas (zu) persönlich nimmst, rufe dir das immer wieder in Erinnerung und atme einige Male tief ein und aus. Am besten länger aus- als einatmen.

Was steckt dahinter? 

Es ist erfreulich, dass nicht alle Menschen Dinge persönlich nehmen. Bei denen, die es tun, stecken meist ähnliche Gründe dahinter, die damit zu tun haben, dass einige Aspekte in der Persönlichkeit noch nicht ganz so gut gefestigt sind. Das können z.B. sein:

  • Sehr starke Fokussierung auf das Aussen und die Meinung anderer
  • Schwaches Selbstbewusstsein (durchaus in dem Sinne, dass man sich der Vorgänge in einem selber nicht bewusst ist)
  • Wenig ausgeprägtes Selbstwertgefühl, so dass der eigene Wert im Aussen gesucht wird
  • Man glaubt, was die/der andere über einen sagt
  • Nicht ausreichende Möglichkeiten, für sich einzustehen
  • Emotionale Abhängigkeiten

Dem ist man glücklicherweise nicht ausgeliefert…zumindest, wenn man bereit ist, ganz ehrlich mit sich zu sein, wirklich hinzuschauen (das ist nicht immer schön!) und die Verantwortung für sich und seine Gefühle anzunehmen. Nur du ganz alleine kannst dafür sorgen, dass die wunden Punkte nicht wund bleiben, sondern ihre emotionale Brisanz verlieren. Das ist nicht immer einfach und kann auch auch ein längerer Prozess sein (der sich IMMER lohnt!), aber du brauchst es ja nicht alleine machen. Eine Begleitung durch gute Freunde, die reflektieren können, Coaches, Berater oder andere Personen deines Vertrauens ist dabei immer hilfreich. Jeder von uns hat blinde Flecken, die wir alleine nicht oder zumindest nicht wirklich gut erkennen können. So ein Bitte um Hilfe und ein unterstützender Blick von Aussen haben in diesem Fall nicht mit Aussenorientierung zu tun, sondern ist ein Zeichen der wahrgenommenen Eigenverantwortung.

Es kommt aus heiterem Himmel…das kannst du gerade tun
  • Atmen. Tief ein- und ausatmen, länger aus- als einatmen. Ggf. dabei von 1000 an rückwärts zählen.
  • Klärung. Wenn es möglich ist, die Situation gleich ansprechen und klären. Der/dem anderen ist ja nicht bewusst, wie der Worte ankamen und für dich wird es auch leichter, wenn du es ansprichst. Da könnt ihr auch klären, ob es nicht doch persönlich gemeint war.
  • Auch wenn es nichts mit DIR als Person zu tun hat…übernimm auch du Verantwortung und prüfe, was du du zum anderen gesagt hast. Und prüfe, ob nicht vielleicht doch etwas Wahres an den Worten dran sein könnte, (wenn es dich berührt)
  • Bevor du den Vorfall mit dir innerlich herumträgst, sprich mit einer Person deines Vertrauens.
  • Beginne dein Selbstwertgefühl zu stärken.

Und: Du brauchst zwar Dinge nicht persönlich nehmen, aber respektiere und nimm deine eigenen Gefühle unbedingt persönlich. Wenn dich etwas getroffen hat, tu nicht so, als wäre nichts passiert. Sei liebevoll mit dir, schiebe die Gefühle nicht weg, sondern kümmere dich gut um sie und um dich. 

Lasse das Verhalten anderer nicht deinen inneren Frieden stören

Dalai Lama

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